125er für B196 Neuling mit großer Reichweite

Wenn ihr euch unschlüssig seid, welcher Roller zu euren Bedürfnissen am besten passt.
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Loehm
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Re: 125er für B196 Neuling mit großer Reichweite

Beitrag von Loehm »

Wanderer hat geschrieben:
Sa 6. Jul 2024, 08:47

[...]
Einen für mich ganz zentralen Satz hat Rainer geschrieben:
Du solltest die beiden halt mal Probefahren, falls möglich.
Das trifft es auf den Punkt. Ich muss mir einen eigenen Eindruck von den beiden Fahrzeugen verschaffen, und feststellen, wie ich mich darauf fühle.

[...]
An dieser Stelle gebe ich dir noch den Rat mit, die Probefahrt unbedingt ausführlich zu gestalten.

Ich bin/war in einer ähnlichen Situation wie du. Ich habe den B196 auf einer Vespa gemacht und bin danach auf meinen neu erworbenen Elektroroller umgestiegen.

Ich hatte die Probefahrt nur auf dem 45km/h Schwestermodell gemacht, um die Ergonomie zu testen, die "große" Variante bin ich dann tatsächlich das erste Mal gefahren, als ich meinen Roller abgeholt habe.

Ich habe wirklich zunächst gedacht, ich hätte einen Fehlkauf getätigt, da ich es nicht geschafft habe, sanft zu beschleunigen. Immer wenn ich meine Geschwindigkeit leicht nach oben korrigieren wollte, habe ich direkt einen Bocksprung nach vorne gemacht und es hat mich merklich nach hinten geworfen.
Es hat sicherlich eine halbe Stunde gedauert, bis ich das im Griff hatte, lass dich also nicht verunsichern, falls es dir auf der Probefahrt zunächst auch so geht; jetzt nach ein paar Wochen ist das zumindest bei mir kein Problem mehr.

Wanderer
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Re: 125er für B196 Neuling mit großer Reichweite

Beitrag von Wanderer »

Leider kommt manchmal etwas dazwischen: Meine Partnerin braucht überraschend ein neues Auto, weil es sich nicht mehr lohnt, ihr altes für den TÜV fit zu machen.
Damit wird mein Roller-Budget jetzt in das Auto investiert, und ich habe bis auf weiteres kein Budget mehr für einen Rollerkauf. Also bleibe ich bei meinem bisherigen Futura Classico Li.

Auch wenn es jetzt im Moment nichts wird, möchte ich mich bei Euch allen herzlich für die Informationen und den Rat bedanken.

Viele Grüße und vielen Dank
Rolf

Wanderer
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Geht so etwas auch stufenweise?

Beitrag von Wanderer »

Mittlerweile bin ich am überlegen, ob ich meine Anforderungen nicht auch nach und nach erfüllen könnte und dabei durch mehr eigene Arbeit auch Geld sparen könnte.

Dabei dachte ich zunächst daran, einen 70 oder 80km/h-Roller mit Bleiakkus zu kaufen und dann selbst auf Lithium-Akkus umzurüsten. Also vielleicht so einen Roller https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 6-305-9178 als Basis zu nehmen.
Allerdings sehe ich dabei ein Problem darin, dass man mit einem 125er Roller halt alle 2 Jahre zum TÜV muss. Demzufolge müsste der Umbau abgenommen und eingetragen werden. Hier ist ein Risiko, denn wenn ich den Umbau nicht abgenommen bekomme, habe ich am Ende Geld und Zeit in den Sand gesetzt. Während so ein Umbau bei einem 45er-Roller also eine gute und günstige Lösung ist, bin ich mir bei einem 125er da nicht so sicher.

Dann kam mir ein anderer Gedanke. Eigentlich fing es damit an, dass ich eine Anzeige mit einem gebrauchten Futura Classico Highspeed sah (ich habe ja die 45km/Version Classico Li). Den Classico Highspeed hatte ich gebraucht so für 2200 bis 2500 Euro gesehen. Er hat allerdings nur zwei Akkus 72V je 20Ah. Das dürfte schon auf dem Weg zur Arbeit und zurück (45km zusammen) knapp werden.
Eigentlich wäre es aber kein so großes Problem, denn der Classico Highspeed scheint die gleichen Akkus wie der Classico zu benutzen. Wenn ich also eine Lösung finde, um meine schon vorhandenen 2 Akkus mitzunehmen, dann sähe es ganz anders aus: Dann hätte ich 4 Akkus zu je 20Ah, also insgesamt 80Ah, was für alle Wege hier in der Gegend dicke reichen würde. Da ich eh nur alleine fahre, könnte der Roller hinten auch ruhig breiter werden.
Nun gibt es ja Motorräder, an denen hinten seitlich so Plastikboxen oder -taschen angebracht sind (ich weiß nicht genau, wie die Dinger heißen, ich meine aber die aus festem Kunststoff). Wenn ich so etwas selbst für den Classico Highspeed bauen würde (mit Metallprofilen aus dem Baumarkt für die Festigkeit und einem 3D-gedruckten Plastikgehäuse zum seitlichen halten und als Deckel, oder auch aus einer passenden Alubox), dann könnte ich darin doch die beiden Akkus meines Classico zusätzlich mitnehmen (auf jeder Seite einen). Auf der Arbeit werden dann die Akkus getauscht, so dass es zunächst nicht mal eine Änderung an den Kabeln braucht.
Später, wenn ich wieder Geld gespart habe, könnte ich mir dann zwei 40Ah-Akkus kaufen (z.B. so etwas: https://www.akkushop-24.de/Lithium-Ione ... ke-Pedelec) und in 2 neue seitliche Boxen einbauen. Da diese Akkus nicht ins Akkufach des Rollers passen, braucht es dann auch Kabel bis in die Boxen. Dann hätte ich eine Gesamtkapazität von 2x20Ah+2x40Ah = 120Ah und könnte auch die 120km-Strecke fahren.
Für so eine Lösung sehe ich die folgenden Vorteile:
- niedriger Einstiegspreis
- keine TÜV-Probleme zu erwarten, da die zusätzlichen Akkus nur Gepäck darstellen und außerdem vor dem TÜV-Termin entfernt werden können
- im 45km/h-Roller und im schnellen Roller werden die gleichen Akkus verwendet
Nachteile sind aus meiner Sicht:
- es müssen immer 4 Akkus geladen werden; daher sind viele Ladegeräte erforderlich und die Verkabelung beim Laden ist aufwendig und unübersichtlich
- das Aussehen des Rollers mit den Boxen könnte gewöhnungsbedürftig sein

Was haltet Ihr davon? Ist das realistisch? Was übersehe ich oder wo denkt Ihr, dass ich es mir zu einfach vorstelle?

Viele Grüße
Rolf

STW
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Re: 125er für B196 Neuling mit großer Reichweite

Beitrag von STW »

So sehr Selbstbau auch Spaß machen kann, hier einige Dinge, die man prüfen oder beachten sollte:

Auch wenn Akkugehäuse gleich aussehen ist die unbekannte Größe, was tatsächlich drin steckt. Können die verbauten Zellen den Strom ab, ist das BMS dafür geeignet ....? Der Highspeed wird mehr Strom ziehen (können) als die 45er-Möhre.
Die Pedelec-Akkus sind für 60A "gut" laut Beschreibung. Was für ein Pedelec mehr als ausreichend ist, kann für einen fetteren Roller schnell zu schmalbrüstig sein, und falls die Zellen damit an der Grenze betrieben werden, weil 60A vielleicht nur der Wert für die kurze Spitzenlast ist, dann leben die nicht lange ...
Seitenkoffer im Selbstdruck: es geht ja nicht nur darum, dass die ein bestimmtes Gewicht dauerhaft tragen können, sondern die Dinger müssen auch alle Impulse und Massenträgheitsmomente mitmachen können, die Schlaglöcher verursachen. Mit Verlaub: solche stabilen Dinger würde ich nicht aus meinem Drucker bekommen, vielleicht geht es mit um Nylonfasern verstärktem Filament, aber das Experiment würde ich nicht angehen.
Der Nach- und Nach-Umbau wird irgendwann stoppen, weil die Kostenrechnerei einsetzt: lohnt sich das noch und soll es nicht gleich ein neuer Roller werden. Oder aber der Roller stirbt vorher, und dann kommt die Überlegung, ob neuer Controller und später noch zwei Akkus tatsächlich noch wirtschaftlich sind.
Mal abgesehen, dass die Fummelei beim Laden keine Freude machen wird.

Umbau Blei-Roller: die Bleikisten haben jetzt ein paar Jahre auf dem Buckel. Die Akkus sind hin (macht ja nichts), ob die Bremszangen schon gammelig sind kann man prüfen, aber man hat ja auch nocht Lenkkopflager, Radlager, und gealterte Kondensatoren in der Elektronik. Ist der Einstandspreis hinreichend klein (max. 500€), dann kann man das Wagnis eingehen, baut ordentliche Zellen mit ordentlich mechanischem Schutz ein und übt den unschuldigen Blick mit "das war schon so beim Kauf" für den TÜV-Termin.

Bei alldem sollte man natürlich das fachliche Know How sowie passendes Material und Werkzeug parat haben. Pfusch ist brandgefährlich und führt zu kürzerer Lebensdauer.

Jetzt komme ich mal mit einem Vorschlag, für den man im E-Rollerforum gerne mal gesteinigt wird ("er hat Verbrenner gesagt ..." :D ). Den jetzigen E-Roller behalten für alle Strecken bis ca. 20km einfache Entfernung. Dazu entweder eine neue 125er für < 2500€ neu oder als Bastelbude gebraucht für weniger Geld kaufen, das erspart dann auch die Pflichttermine für gewährleistungserhaltene Inspektionen, Ölwechsel kann man auch selbst machen. Die Gurke dann 2 - 4 Jahren abrocken und in der Zeit einen E-Roller ansparen. Ja, E-Roller ist genialer, zieht besser ab, macht einfach richtig Laune, solange die Selbstbaulösung funktioniert.
RGNT V2 ab 01/23 > 10000km
NIU NGT ab 06/20 Km-Stand > 36000km, nach Unfall verkauft in 5/23
Niu NPro seit 09/19 Km-Stand > 8000km - Verkauft in 10/22
Ahamani Swap Bj 2007 - 2.4KW - Vario - Km-Stand > 27.000km - 40AH Thundersky ab 11/08 - CALB 70AH seit 10/11 -Verschrottung 09/19

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Re: 125er für B196 Neuling mit großer Reichweite

Beitrag von didithekid »

Hallo,

ich sehe keinen Grund hier aus Kostengründen Technik des letzten Jahrhunderts zu empfehlen. Wenn 70 km/h reichen, gibt es eine ausreichende Anzahl von zuverlässigen NIU N-GT der Jahre 2019-2021 zu kaufen: https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 3-305-8746,
die mit zwei Akkus 60V 35 Ah auch jetzt noch eine vernünftige Reichweite schaffen werden. Zumindest für die Standardstrecke 46 km, wäre ein N-GT das Richtige.
Die Umrüstung eines alten Rollers ist immer ein Risiko und kaum günstiger, bietet aber natürlich die Möglichkeit eines Riesen-Akkus.
Auch ich hätte noch einen solchen (Erider Thunder FURY) für 72 Volt mit 5kW/8kW (und eingetragen bis 100 km/h abzugeben), falls Jemand hier was basteln will. Ein 72 V 120Ah-Akku würde da hineinpassen, wie bei seinem Zwilling: https://de.aliexpress.com/item/10050072 ... pt=glo2deu. Für Reichweite gut 120 km reicht das aber nur, wenn die Höchstgeschwindigkeit unter 80 km/h bleibt.
(wäre abzugeben, für weniger Geld, als in obiger Anzeige verlangt und ggf. auch mit Lieferung - PN bei Interesse).
TÜV ist da eigentlich kein Problem solange die Spannung und Motorleistung nach der Akku-Umrüstung in der Zulassung bleibt. Bei der HU geprüft werden Fahrtüchtigkeit, Fahrwerk, Beleuchtung und Bremsen. Der Motor wird ja nicht geändert und wenn ein 72 Volt-Motor weiterhin mit 72 Volt gefüttert wird, geht das klar.
Viele Grüße
Didi
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Re: Geht so etwas auch stufenweise?

Beitrag von EEKFZ »

Wanderer hat geschrieben:
Mi 24. Jul 2024, 11:06
Mittlerweile bin ich am überlegen, ob ich meine Anforderungen nicht auch nach und nach erfüllen könnte und dabei durch mehr eigene Arbeit auch Geld sparen könnte.

Dabei dachte ich zunächst daran, einen 70 oder 80km/h-Roller mit Bleiakkus zu kaufen und dann selbst auf Lithium-Akkus umzurüsten. ...

Nun gibt es ja Motorräder, an denen hinten seitlich so Plastikboxen oder -taschen angebracht sind ...

Was haltet Ihr davon? Ist das realistisch? Was übersehe ich oder wo denkt Ihr, dass ich es mir zu einfach vorstelle? ...
Hallo Wanderer,
ich habe die ausführliche Beschreibung Deiner Idee mit grosser Aufmerksamkeit gelesen und finde sie wirklich klasse!
motorradkoffer.png
Bevor ich dazu meinen eigenen Gedanken hier Raum gebe, möchte ich jedoch betonen, dass ich die Anmerkungen von @STW und @didithekid unterstütze - vielleicht mit der kleinen Einschränkung, dass ich das Ausweichen auf den Verbrenner ähnlich wie @didithekid sehe. Wenn es um die Möglichkeiten der Mobilität insgesamt geht, muss man natürlich auch diesen Gedanken immer zulassen. Solange ich mich jedoch hier im Elektroforum bewege, sind für mich Begriffe wie "Zündkerze" oder "Auspuff" völlig tabu.

Mit dem oben angehängten Bild möchte ich Deine Idee etwas veranschaulichen und natürlich wird dem E-Rollerfahrer, der mit entnehmbaren Akkus hantiert und seine Fahrten sorgfältig kalkuliert sofort klar, welchen Kapazitätsgewinn die Umsetzung Deiner Idee bedeuten würde. Selbstverständlich würde ich einen Beitrag hier im Forum, welcher sich dieser Umsetzung widmet, mit grossem Interesse verfolgen, da ich selbst zwar etwas von Akkus verstehe und sie selbst auch baue, jedoch auf mechanischer Seite eher so etwas wie "Praktikantenstatus" habe.

Und hiermit bin ich bei den Punkten, die ich selbst hier einbringen möchte - wie gesagt als "Praktikant": Gewicht, Gewichtsverteilung und Kräfte: Ich glaube es macht einen grossen Unterschied, ob das Gesamtgewicht durch eine zweite Person oder eben durch bauliche Veränderung am Fahrzeug erreicht wird. Während man wohl völlig zurecht geneigt ist zu denken, dass aufgrund der Unberechenbarkeit der Bewegungen der zweiten Person diese Variante die grössere Herausforderung im Fahrbetrieb darstellt, sollte man im anderen Fall bedenken, dass bei einer festen Verbindung des zusätzlichen Gewichts mit dem Fahrzeug in Form der Akku-Koffer sich jegliche Kräfte, die von aussen einwirken, direkt auf das Fahrzeug übertragen. Beim Durchfahren eines Schlagloches oder einer Bodenwelle zum Beispiel würde ein menschlicher Sozi einen erheblichen Teil dieser Kräfte mit seinem Körper (wie auch der Fahrer selbst) absorbieren. Schwere, mit dem Fahrzeug fest verbundene Akkus, geben die Kräfte 1 zu 1 weiter. Ähnliche "Sorgen" hätte ich bei der Gewichtsverteilung: zwar sorgt ein Beifahrer für einen deutlich höheren Fahrzeuggesamtschwerpunkt, jedoch befindet sich der Sozi mit dem Hauptteil seines Gewichts direkt über den "Rädern". Die Akkus - sicher zwar etwas leichter als ein Mensch - befinden sich jedoch jeweils ausserhalb dieser Linie, so dass kleinste Strauchler beispielsweise im Langsamverkehr eventuell potenzierte Folgen haben könnten - auch dann, wenn beide Akkus (also links und rechts) gleich schwer sind. Das "ungünstige" Design der Rollerflügel dürfte dabei vielleicht sogar - anders als beim klassischen Motorrad - für noch mehr Abweichung zur "Räderlinie" sorgen und somit das Problem vermutlich verstärken.

Natürlich dennoch alles eine Frage der konkreten Gewichte, Abstände und Höhen ...
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